SPIELZEIT: Die letzten 16

Man kann es nur wiederholen: Diese WM ist auf viele Arten und Weisen einzigartig. Außenseiter brillieren und Favoriten blamieren sich. Nach Spanien sind nun auch England, Italien und Russland ausgeschieden. Europa zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Doch einige europäische Mannschaften sind ja noch dabei.

Der schmale Grat zwischen Siegen und Scheitern

Die erlebte in dieser WM die Elfenbeinküste im letzten Gruppenspiel gegen Hellas. Während den Ivorern ein Unentschieden genügt hätte, brauchte die Truppe von Fernando Santos drei Zähler. Die sonst so defensiven und offensivschwachen Hellenen zeigten sich diesmal ganz anders und hatten diverse Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Dabei nutzten sie einen katastrophalen Schnitzer der Elfenbeinküste eiskalt aus und wären mit einem mickrigen 1:0 im Achtelfinale. Kurios, denn es wäre dann das einzige Tor der Hellas-Truppe gewesen, solange Japan gegen Kolumbien nicht gewinnt. Doch dann kam alles anders. Die eigentlich schwachen Ivorer konterten stark und schnell und nutzten diese Chance in der zweiten Halbzeit zum Ausgleich. Die Griechen wären raus aus dem Turnier, wäre da nicht Georgios Samaras. Nach 90 Minuten war die Sache durch, doch dann wird der Stürmer im Strafraum gelegt und bekommt zurecht einen Elfmeter zugesprochen. Ein Tor bedeutet das sichere Weiterkommen, da Japan weit hinten liegt. Und so läuft der Spieler vom FC Celtic an und verwandelt den Ball mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Ein Jubelsturm in Griechenland, ein Sieg der die ganze Nacht gefeiert werden sollte. Und die Mannschaft von Lamouchi am Boden. Drei Minuten trennten die Afrikaner von der ersten Teilnahme an einem Achtelfinale in einer Weltmeisterschaft. Trotz vorher schwacher Partien gewinnen die Hellenen verdient mit 2:1 und müssen nun gegen Costa Rica ran.

Ein Spiel mit Biss

Bei Italien und Uruguay ging es ebenfalls im direkten Duell gegeneinander ums Weiterkommen. Doch wer hier ein Offensivspektakel erwartete, der sieht sich getäuscht. Zu zögerlich und auf Verteidigung bedacht mit wenigen Highlights – so kann man die Partie zusammenfassen. Naja, nicht ganz dann es gab noch andere Dinge in diesem Spiel, die für Aufsehen sorgten. Da wäre einmal eine rote Karte an Claudio Marchisio, die viel zu hart war. Kurz vor dem 1:0 Uruguays dann die Szene des Spiels. Und die ist leider alles andere als negativ. Liverpools Topstürmer Luis Suárez fällt einmal wieder auf durch eine Beißattacke, diesmal an Giorgio Chiellini. Hierfür hätte er natürlich vom Platz gemusst, doch der Schiedsrichter und seine Assistenten sehen es nicht. Was sie noch sehen, ist Chiellini, wie er den Biss auf seiner Schulter zeigt, doch das lässt den Schiedsrichter unbeeindruckt. Dafür wurde Suárez nun von der FIFA für neun Spiele gesperrt. Zwei Minuten später dann das erlösende 1:0 der Uruguayer, die zwar die bessere Mannschaft waren, aber längst nicht überzeugten. Neben Spanien und England muss nun auch Italien die Heimreise antreten.

Neben Uruguay hat sich auch die Überraschungsmannschaft aus Costa Rica für das Achtelfinale qualifiziert. Nach dem 3:1 gegen Uruguay und dem 1:0 gegen Italien endete die letzte Begegnung gegen England mit 0:0. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich wie erwartet souverän für das Achtelfinale qualifiziert. In einer ereignisarmen Partie gewann Jogi Löws Truppe gegen Klinsmanns US Boys mit 1:0. Mit Algerien wartet nun ein machbarer, aber nicht zu unterschätzender Gegner.

Hier die Achtelfinalpartien im Überblick:

Brasilien – Chile
Kolumbien – Uruguay
Niederlande – Mexiko
Costa Rica – Griechenland
Frankreich – Nigeria
Deutschland – Algerien
Argentinien – Schweiz
Belgien – USA

Foto: CC BY-ND 2.0 by Digo_Souza

SPIELZEIT: Spain in pain und „Schland“ brillant

Was für eine unglaubliche WM bisher! Einige Außenseiter überraschen und der Welt- und Europameister Spanien ist raus. Mit einem 0:2 gegen Chile verabschiedeten sie sich vorzeitig aus dem Wettbewerb. Vicente del Bosque konnte seine Nationalelf nach dem Debakel gegen Holland nicht auf den rechten Pfad bringen. Deutschland startete mit einem 4:0-Kantersieg gegen Portugal mit einem Traumstart in die Weltmeisterschaft.

Das Ende einer Weltherrschaft

Keiner kann es so recht verstehen. Ein Welt- und Europameister mit reihenweise Starspielern lässt sich vorführen. Gegen die Niederlande, gegen die die Spanier durch einen fragwürdigen Strafstoß sogar mit 1:0 in Führung gingen, gab es eine deftige Packung. So viele Gegentore wie in den ersten beiden Spielen bislang (7 an der Zahl), haben die einstigen Helden in der letzten Welt- und Europameisterschaft nicht kassiert. Auch durch Chile wurden sie bezwungen, die ebenfalls stark aufspielten. Die Frage ist also: Was ist nur mit dem Weltranglistenersten los? Auf der Suche nach einer Antwort könnte man schnell fündig werden: In der Mannschaft spielen viele Stars des FC Barcelona und die haben bekanntlich eine Horror-Saison hinter sich. Zweiter Platz in der Liga, im Viertelfinale an Finalist Atlético Madrid gescheitert und auch der nationale Pokal ging verloren – ausgerechnet an Dauerkonkurrent Real Madrid. Oder sind die Roten satt an Erfolgen? Dies scheint nicht der Grund zu sein, gaben sie doch vor der WM bekannt, dass sie richtig angreifen wollen und den Titel verteidigen möchten. Was es auch ist, es könnte zu einem Rücktritt von Trainer del Bosque führen.

Löws Truppe entzaubert Portugal

Was für ein Traumstart der deutschen Nationalmannschaft! 4:0 gegen Portugal, wer hätte damit gerechnet. Man-of-the-Match war ohne Zweifel Bayerns Thomas Müller, der drei Treffer erzielte. Außerdem traf Dortmunds Abwehrspieler Mats Hummels per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:0. Und der Auftritt der DFB-Elf war nicht nur aufgrund des klaren Ergebnisses ensationell. Real-Star Cristiano Ronaldo wurde komplett aus dem Spiel genommen und Abwehrmann Pepe musste nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz. Einziger Wehrmutstropfen: Hummels musste verletzungsbedingt vom Platz. Für ihn machte Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua sein Debüt. Morgen geht es gegen Ghana, die ihr Spiel äußerst unglücklich mit 1:2 gegen die USA verloren und nun kaum noch Chancen auf ein Weiterkommen haben – im Gegensatz zu den Deutschen.

Jürgen Klinsmann machte mit seinen US-Boys kein wirklich gutes Spiel gegen leidenschaftliche Ghanaer. Und das, obwohl alles so gut begann. Nach nur 30 Sekunden traf Clint Dempsey zum bisher schnellsten WM-Treffer. Die Ghanaer unter anderem mit Schalkes Kevin-Prince Boateng versuchten viel, belohnten sich jedoch nicht. Dann schien es doch noch gut zu gehen, als André Ayew nach 82 Minuten ausglich. Doch das 1:1 blieb nur von kurzer Dauer. Die von Krämpfen gezerrten Amerikaner trafen noch in Person von John Brooks von Bundesligist Hertha BSC Berlin zum mehr als glücklichen Siegtreffer.

Überraschend war auch Uruguays Niederlage gegen Costa Rica. Trotz der Führung nach Strafstoß gaben sie das Spiel noch aus der Hand und Costa Rica drehte zur zweiten Halbzeit hin richtig auf. So gewannen sie am Ende verdient mit 3:1. Nun steht Uruguay gegen England unter Zugzwang. Die Engländer verloren ihr Spiel etwas unglücklich mit 1:2 gegen Italien.

Seleção verzweifelt an Glanztorhüter

Die brasilianische Nationalmannschaft trat im zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko an. Der Angstgegner bewies sich auch diesmal als ein sehr unangenehmer Kontrahent. Mehr Chancen hatten die Brasilianer zwar, häufig durch Shootingstar Neymar, doch scheiterten sie stets an Torwart Guillerme Ochoa, der das Spiel seines Lebens machte, indem er reihenweise Glanzparaden machte und seine Mannschaft so im Spiel hielt. Auch die Mexikaner kamen zu Torabschlüssen, zumeist zu Fernschüssen, die sich als knifflig für Júlio César erwiesen. So blieb es bei einem spannenden Spiel beim 0:0 mit dem Mexiko sehr viel besser leben kann.

Ausgeschieden sind indes neben Spanien auch noch Australien und Kamerun und im Achtelfinale stehen die Niederlande und Chile.

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SPIELZEIT: Es ist angerichtet

Seit Monaten wurde über nichts anderes mehr gesprochen als über die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Die Testspiele sind abgeschlossen und erste Prognosen können getroffen werden. Wer holt sich den Pott?

Die Favoriten im Überblick

Der größte Favorit bleibt Spanien. Die Nationalmannschaft von Trainer Vincente De Bosque gewann die letzten beiden Turniere, die letzte EM 2012 sogar deutlich gegen Italien mit 4:0. Auch diesmal wird das Starensemble mit Spielern wie Andrés Iniesta, Sergio Ramos und Diego Costa sicherlich wieder eine große Rolle in diesem Turnier spielen. Neben den Spaniern sollte man aber natürlich auch Gastgeber Brasilien auf dem Zettel haben. Obgleich das Team von Felipe Scolari, der unter anderem Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft war, im letzten Testspiel gegen Serbien mit einem schwachen 1:0 auf ganzer Linie enttäuschte, so muss es doch mit Spielern wie Neymar und Hulk die Favoritenrolle annehmen. Zu erwähnen wäre natürlich noch Löws Truppe. Die deutsche Nationalmannschaft wünscht sich nichts sehnlicher als diesen Titel. Und spätestens nach dem starken 6:1-Testspielsieg gegen Armenien kann man der Mannschaft einiges zutrauen. Bitterer Wehrmutstropfen war allerdings die Verletzung von Borussia Dortmunds Marco Reus, der drei Monate ausfallen wird, und seinen Kollegen nun im Stadion die Daumen drücken muss. Italien gehört ansonsten auch wie gewohnt zu den Favoriten.

Eine mögliche Überraschung

Doch sollte man sich nicht zu sehr auf die Favoriten beschränken. Andere Mannschaften haben auch eine starke WM-Vorbereitung gespielt. Unter diesen Mannschaften gehört auch Uruguay. Mit einem Sturm bestehend aus Liverpool-Star Luis Suárez und Paris-Stürmer Edinson Cavani könnte den Blauweißen einiges gelingen. Trotz des Ausfalls von Monaco-Star Radamel Falcao könnte auch Kolumbien eine Überraschungsmannschaft werden. Mit Jackson Martínez und Bundesligist Adrián Ramos, die den Sturm bilden, könnte einiges gehen.

Egal, wer dieses Turnier gewinnt: Wir können uns auf eine spannende Weltmeisterschaft freuen, die hoffentlich ohne Zwischenfälle vonstatten geht.

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SPIELZEIT: Nur noch zwei Wochen

Die ganze Fußballwelt wartet auf das Ereignis des Jahres. In zwei Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Die Favoriten sind bekannt, doch könnte es auch die eine oder andere Überraschung geben. Am vergangenen Wochenende gewann Real Madrid seinen zehnten Champions League-Titel in der Vereinsgeschichte. Dabei sah es erst ganz schlecht aus für die Königlichen.

Real gewinnt „La Décima“

In der 37. Minute geschah es. Atlético Madrid belohnte sich für eine starke erste Hälfte. Ausgerechnet der Ur-Madrilene Iker Casilias patzte im Tor, indem er einen weiten Ball falsch einschätzte. So flog der Ball über ihn ins Netz. Real schien geschockt. Als die Fans von Atlético bereits feiern wollten, belohnte sich die Mannschaft von Carlo Ancelotti für eine starke zweite Hälfte. Bayern-Schreck Sergio Ramos köpfte den Ball in der letzten Minute zum 1:1-Ausgleichstreffer. Das hieß Verlängerung. Und diese entschieden die Königlichen dann doch etwas zu klar für sich. Durch Treffer von Gareth Bale, Marcelo und letztlich natürlich Cristiano Ronaldo war die Sache am Ende klarer wie sie die ganze Zeit aussah. Und verdient ist der Titel allemal. Wer die Bundesliga alleine ausschaltet (9:2 gegen Schalke 04, 3:2 gegen Borussia Dortmund und 5:0 gegen den FC Bayern München), der verdient es sich. Gefeiert wurde bis in die Morgenstunden. Herzlichen Glückwunsch, Real Madrid!

Die Vorbereitungen fast abgeschlossen

Indes trainiert die Deutsche Nationalmannschaft weiter fleißig für den lang ersehnten Weltpokal. Am Donnerstag gegen Kamerun steht eine Testpartie an. Hier kann sich unter anderem BVB-Torhüter Roman Weidenfeller beweisen, der aufgrund einer leichten Verletzung von Manuel Neuer antreten darf. Neben Deutschland gelten auch Spanien, Brasilien und Italien als klare Favoriten. Die Spanier erfüllten ihre Pflicht gestern in einem Testspiel gegen Bolivien, das sie mit 2:0 gewannen. Das Ergebnis hätte viel höher ausfallen müssen, der Europa- und Weltmeister ließ allerdings beste Chancen liegen. Fernando Torres per Foulelfmeter und Andrés Iniesta waren die Torschützen. Heute messen sich u.a. Portugal mit Griechenland und Italien mit Irland.

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SPIELZEIT: Finale der Großen und der Kleinen

Die heutige Begegnung beschäftigt Fußballdeutschland seit geraumer Zeit. Von vielen als Traumfinale betitelt, geht es heute wieder um das Prestige des deutschen Fußballs. Die Uhr des Bundesliga-Dinos könnte nur noch wenige Tage ticken. Bielefeld hat den Klassenerhalt fast geschafft.

Zwischen Klassenerhalt und Aufstiegschancen

In der Relegation zwischen zweiter und dritter Liga ist die Entscheidung im Hinspiel fast getroffen. Nach dem 3:1-Auswärtserfolg der Arminia bei Darmstadt scheint es kaum noch Zweifel daran zu geben, dass die Ostwestfalen in der zweiten Liga bleiben. So feierten sie einen souveränen Sieg beim Drittligisten. Das Rückspiel müsste Darmstadt 3:0 oder höher gewinnen – selbst die kühnsten Optimisten halten das für ausgeschlossen.

Der Bundesliga-Dino aus Hamburg hat hingegen mit einer schwachen Leistung im Heimspiel gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth die Chancen auf einen Verbleib und die Verhinderung des ersten Bundesliga-Abstiegs geschmälert. Die Hanseaten kamen nicht über ein 0:0 hinaus. Spielbestimmende Mannschaft war über weite Phasen die Gästemannschaft, die bei guter Chancenverwertung auch ein Tor hätte erzielen können. Auf die auswärtsschwachen Hamburger wartet im Rückspiel bei den heimstarken Fürthern eine Herkulesaufgabe.

Der Fluch hält weiter an

In der Europa League hat der FC Sevilla die Nerven gegen Benfica Lissabon behalten. In einer durch viele Unterbrechungen sehr langweiligen Partie setzte sich der spanische Erstligist beim Elfmeterschießen mit 4:2 (0:0, 0:0) durch. Zum neunten Mal standen die Portugiesen im Finale und konnten den Titel dennoch nicht für sich entscheiden. Unter den Spielern des FC Sevilla waren u.a. der Ex-Schalker Ivan Rakitic und Ex-Bremer Marko Marin. Der Kroate Rakitic zeigte eine starke Leistung und wurde zurecht nach dem Spiel zumSpieler des Tages gekürt. Zuvor verlor die Mannschaft von Jorge Jesus gegen Atlético Madrid das Finale. Dabei ließen diesmal beide Mannschaften, die sich ebenbürtig waren, viele gute Möglichkeiten aus.

Die Neuauflage des Champions-League-Finales

Heute ist es soweit. Die zwei stärksten Mannschaften Deutschlands treten sich gegenüber. Bayern gegen Dortmund, Deutscher Meister gegen Vizemeister, mehr geht nicht. Während sich der BVB für die Niederlage im Champions-League-Finale rächen will, möchten die Münchner die Saison zumindest mit dem Double beenden. In der Champions League stieß die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola gegen Real Madrid an seine Grenzen, kassierte eine klare 0:4-Heimniederlage im Rückspiel. Doch das alles soll heute nicht mehr in den Köpfen der Spieler stecken. Stattdessen sollen sie befreit aufspielen. Dies müssen sie allerdings ohne die verletzten Bastian Schweinsteiger, Thiago Alcántara und den aus dem Kader geworfenen Topstürmer Mario Mandzukic tun. Bei den Dortmundern müssen außer der langzeitverletzten Jakub Blaszczykowski, Neven Subotic, Sven Bender und Ilkay Gündogan auf Ersatztorhüter Mitch Langerak verzichten. Einer wird dabei aber im Mittelpunkt stehen: Topstar Robert Lewandowski. Von ihm wird vieles abhängig gemacht. Schießt er den FC Bayern München, seinen zukünftigen Verein, aus dem DFB-Pokal? Seine Qualitäten hat er des Öfteren unter Beweis gestellt. Viele sehen den BVB als Favoriten an, doch Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Vizemeister, will von alledem nichts wissen, und sieht so die Bayern als Triple-Sieger der letzten Saison und klaren Meister als Favorit. Egal, wie dieses Spiel ausgeht: Die deutschen Fußballfans dürfen sich auf einen heißen Tanz freuen.

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SPIELZEIT: Das Saisonfinale

Auch am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison sind noch Plätze zu vergeben. Leverkusen kann noch auf den heiß-begehrten dritten Platz gelangen, die Überraschungsmannschaft aus Augsburg hat die Europa League fest im Blick und auf den Abstiegsrängen ist noch längst nicht das letzte Wort gesprochen.

Bangen um die internationalen Plätze

Seit Wochen steht der FC Schalke 04 auf dem dritten Tabellenplatz, der eine direkte Qualifikation der UEFA Champions League bedeutet. Am letzten Spieltag könnte es allerdings noch die Werkself von Trainer Sascha Lewandowski schaffen, den Schalkern den dritten Platz wegzunehmen. Hierfür benötigen die Leverkusener jedoch einen Sieg und müssen gleichzeitig darauf hoffen, dass die Knappen daheim gegen den stark abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg verlieren – bei der momentanen Form der Nürnberger sehr unwahrscheinlich. Das Kuriose hieran: Zwischen Schalke und Nürnberg besteht eine Fanfreundschaft. So ist es sehr bedauernswert, dass die Mannschaft von Jens Keller den Klub direkt in die zweite Liga befördern könnte. Leverkusen selbst hat dabei auch noch viel zu verlieren. Mit dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach können so noch zwei Mannschaften die Champions League-Qualifikation erreichen. Voraussetzung hierfür wäre eine Niederlage der Werkself.

Aber auch die Plätze in die Europa League sind noch am letzten Spieltag hart umkämpft. Wolfsburg und Gladbach sind sicher in der Europa League vertreten, können sogar noch die CL-Qualifikation erreichen. Der letzte Europa League-Platz wird zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Augsburg entschieden. Beide treten gegen Mannschaften im unteren Tabellenbereich an (Mainz gegen Hamburg, Augsburg gegen Frankfurt). Dabei haben die Frankfurter den Klassenerhalt bereits geschafft, für den Bundesliga-Dino geht es um alles.

Der Kampf um die Torjägerkanone

Abseits der letzten vergebenden Plätze gibt es aber noch etwas Spannendes: Wer wird Torschützenkönig 2013/2014? Hier spielt sich ein Zweikampf zwischen Noch-Dortmunder Robert Lewandowski und dessen baldigem Konkurrenten Mario Mandzukic ab. Beide haben bislang 18 Saisontreffer erzielt. Und der Dortmunder Ausnahmestürmer gab unlängst bekannt, dass er den Verein mit einem Titel verlassen möchte. Die einzigen Möglichkeiten hierzu wären die Kanone oder der noch viel wichtigere DFB-Pokalsieg im Traumfinale gegen den FC Bayern München am 17. Mai. Und so erhielt der Pole von seinem Trainer ein Elfmeterversprechen. „Für ihn geht es um die Tor-Kanone. Wenn es einen gibt, darf er schießen“, sagte Jürgen Klopp laut Kicker. Hinter den beiden Favoriten auf die Auszeichnung gibt es allerdings noch andere potenzielle Torschützenkönige. Herthas Stürmer Adrian Ramos beispielsweise, der nächste Saison für den BVB auf Torejagd gehen wird, hat mit 16 Treffern auch noch die Möglichkeit, sich diesen Preis zu sichern. Auch hierzu äußerte sich Klopp: „Wenn er sich mit drei Toren noch die Tor-Kanone krallt, wäre ich ein bisschen sauer“, sagte er zu eher unwahrscheinlichen Gewinn swe Auszeichnung von Ramos.

Nachsitzen oder absteigen

Am spannendsten ist es aber sicherlich im Tabellenkeller. Hier geht es vor allem für eine Mannschaft um alles. Die Bundesliga-Uhr tickt noch und keiner möchte sich vorstellen, was passiert, wenn sie stehen bleibt. Der Hamburger SV steht momentan auf dem Relegationsplatz, kann mit einem Sieg in Mainz diesen für sich beanspruchen. Mehr ist nicht möglich, da die Hamburger fünf Punkte Rückstand auf die geretteten Stuttgarter haben. Hinter dem Dino stehen noch Nürnberg und Braunschweig. Der Aufsteiger kann mit einem Sieg in Hoffenheim, einer gleichzeitigen Niederlage des HSV in Mainz und dem Scheitern der Nürnberger bei Schalke 04 noch den Relegationsplatz erreichen. Wohl kaum jemand hätte gedacht, dass die Aufsteiger aus Niedersachsen noch bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt spielen werden. Dabei hofft Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht auf die Unterstützung der meisten Fußballfans. „Vielleicht bis auf zwei Städte ist es so, dass ganz Deutschland uns die Daumen drückt. Hamburg und Nürnberg muss man da vielleicht ausnehmen“, sagte der 40-jährige Trainer der Sport Bild. Er wisse um „unsere Sympathien als Underdog“. Ob dieser Beistand den Außenseitern helfen wird, bleibt abzuwarten.

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SPIELZEIT: Das Ziel in weiter Ferne

In der Königsklasse gab es einige Überraschungen. Der BVB bekam eine Lehrstunde, die Bayern haben Personalsorgen beim Rückspiel, im spanischen „Halbclásico“ gab es keinen Sieger und Paris ist mit einem Bein im Halbfinale.

Die Gala von Madrid

Die beiden Kontrahenten kennen sich sehr gut, trafen sie doch in der letzten CL-Saison gleich vier mal aufeinander. Damals schlug sich der CL-Finalist aus Dortmund eindrucksvoll gegen Real Madrid. Diesmal jedoch haben die Westfalen ihren Meister gefunden. Der von Weltstars kaum zu übrtreffende Ligadritte der spanischen Primera División war den Dortmundern in allen Belangen überlegen und konnte sich souverän mit 3:0 durchsetzen. Dass das Ergebnis nicht noch höher ausfiel, konnten sich die Fans vor allem bei Mats Hummels und Torhüter Roman Weidenfeller bedanken, die mehrmals gefährliche Möglichkeiten entschärften. Im Sturm wurde Toptorjäger Robert Lewandowski, der gelb-gesperrt nicht antreten durfte, schmerzlich vermisst. Ein Weiterkommen scheint angesichts der schlechten Personallage der Dortmunder sehr unwahrscheinlich.

Viel Spannung bei den anderen Partien

Bei den Bayern hingegen sind die Chancen eines Weiterkommens trotz des mäßigen 1:1-Erfolgs bei Manchester United hingegen sehr viel größer. Im ausverkauften Old Trafford waren die Gäste lange überlegen, ohne allerdings die großen Chancen herauszuspielen. Arjen Robben hatte einige wenige Chancen, um das 1:0 zu erzielen. Dann war es aber Abwehrmann Nemanja Vidic, der für das Team von David Moyes die überraschende aber nicht unverdiente 1:0-Führung per Kopf erzielte. Der Rekordmeister war um eine schnelle Antwort bemüht und mit einer Vorlage von Mario Mandzukic und dem anschließenden Tor von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger wurde das wichtige Auswärtstor erzielt. Einen faden Beigeschmack hatte die Partie aber dennoch: Mittelfeldakteur Javi Martínez und Torschütze Bastian Schweinsteiger werden Guardiolas Elf im Rückspiel gesperrt fehlen. Martínez sah die dritte gelbe Karte und Schweinsteiger bekam nach angeblichen Foulspiels an Wayne Rooney kurz vor Schluss die gelb-rote Karte.

Außerdem gab es im spanischen Duell zwischen dem FC Barcelona und Atlético Madrid keinen Sieger. Der Tabellenzweite und -erste trennten sich 1:1 im Camp Nou. Für Atlético ein glückliches Ergebnis, waren die Katalanen doch klar das bessere Team. Paris St. Germain und der FC Chelsea trennten sich indes mit 3:1. Der neureiche Klub aus Frankreich war die spielbestimmende Mannschaft und gewann verdient die Partie. Nun wird es für den FC Chelsea und Trainer José Mourinho im Rückspiel schwierig.

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SPIELZEIT SPEZIAL: Derby-Dienstag und der nächste Matchball

Eine englische Woche, die es in sich hat: Am Dienstag kommt es zum 144. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Der FC Bayern hat am Dienstag in Berlin den zweiten Matchball zum erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und im Abstiegskampf wird es ernst.

Generalprobe vor Derby erfolgreich

Dabei feierten beide Ruhrpottvereine vor dem 144. Aufeinandertreffen jeweils Siege. In Hannover gab es für den BVB einen 3:0-Sieg. Lange sah es jedoch nicht nach einem klaren Sieg für die Borussen aus, denn die Mannschaft von Tayfun Korkut hielt stark dagegen und hatte selbst Chancen in Führung zu gehen. Hoffmann scheiterte allerdings am Pfosten. Langsam wurde der BVB stärker und es war jene 43. Minute, in der das 1:0 zu einem psychologisch guten Zeitpunkt kurz vor der Pause fiel. Die Hannoveraner rückten zu spät nach, so war es Sokratis, der den Ball nach einem vorherigen Freistoß auf Mats Hummels köpfte, der freistehend vor Keeper Ron-Robert Zieler verwertete. Die zweite Hälfte gehörte dann endgültig den Borussen, ein genialer Moment führte zum 2:0 durch Robert Lewandowski, der die ganze Abwehr austanzte und aus rund elf Metern einschoss. Zuletzt war es dann noch der eingewechselte Marco Reus, der kurz vor Schluss zum 3:0 traf. Ein nicht ganz überzeugender aber ordentlicher Auftritt von Jürgen Klopps Team.

Auch Gegner Schalke 04 bestand die Prüfung vor dem Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellendritten. Gegen erschütternd schwache Braunschweiger gewannen die Knappen souverän mit 3:1. Ins Rampenlicht stellte sich dabei aber ungewollt Braunschweigs Torwart Daniel Davari, der mit zwei Patzern die Niederlage des Tabellenschlusslichts besiegelte. Zunächst war es eine Kombination zwischen Julian Draxler, Max Meyer und dessen Pass auf Leon Goretzka, der aus etwa 18 Metern nicht sonderlich platziert abschloss. Davari zieht merkwürdigerweise noch die Hand zurück. Dann war es abermals der „Hunter“, der den Unterschied machte. Ein leicht abgefälschter Freistoß schlug in die Tormitte ein. Wieder sah Eintrachts Hintermann schlecht aus. Und obwohl die Partie durch den Anschlusstreffer von Benjamin Kessel, der auch in Dortmund traf, noch kurzzeitig spannend wurde, machte der eingewechselte Adam Szalai in der Nachspielzeit alles klar.

Das Hinspiel konnten die Dortmunder mit 3:1 für sich entscheiden, damals trafen Aubameyang, Sahin und der verletzte Jakub Blaszczykowski für den BVB, Youngster Max Meyer konnte nur zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzen. Allerdings hat das Derby seine eigenen Gesetze und aufgrund der momentanen Heimschwäche des BVB (wettbewerbsübergreifend bereits sechs Heimniederlagen) könnte dies einen Vorteil für die Schalker darstellen. Durch einen Sieg können die Knappen am Erzrivalen vorbeiziehen, bei einem Dortmunder Heimsieg betrüge der Vorsprung vier Punkte. Und nachdem sich in Dortmund Spieler und Fans nach dem Murren im Champions-League-Achtelfinalrückspiel gegen Zenit St. Petersburg (1:2) wieder versöhnt haben, wird der Signal Iduna Park am Dienstag kochen. „Das gefällt mir gar nicht in letzter Zeit. Irgendwann reicht es auch mal“, meinte Kevin Großkreutz noch nach dem Einzug ins Viertelfinale gegen Zenit. „Bei jedem Ballverlust wird gestöhnt, die Zuschauer sollen nicht so verwöhnt sein.“

Matchball Nummer zwei

In Deutschlands Hauptstadt könnte indes der Ligaprimus seine 24. Meisterschaft perfekt machen. Gewinnen die Münchner bei Aufsteiger Hertha BSC Berlin werden sie unabhängig vom Ausgang des Revierderbys vorzeitig Deutscher Meister. Sie hätten bereits an diesem Wochenende Meister werden können, doch die Revierklubs Schalke und Dortmund verschoben die Feier. Nachdem der FSV Mainz 05 nach einer sehr starken Leistung dem FC Bayern große Schwierigkeiten bereitete und einen Punkt verdient gehabt hätte, schlugen die Mannschaft von Pep Guardiola spät zu. Bastian Schweinsteiger in der 82. Minute und Mario Götze kurz vor Schluss machten den Sieg gegen erschöpfte Mainzer perfekt. Dabei hatte der Tabellensiebte selber beste Möglichkeiten, einen Treffer zu erzielen. Topscorer Erik Maxim Choupo-Moting scheiterte allerdings an der Latte.

Schlüsselspiele im Tabellenkeller

Und obwohl es an der Tabellenspitze aufgrund der Überlegenheit des FC Bayern langweilig ist, ist der Abstiegskampf spannend wie selten. Die Hamburger stehen nach der 0:1-Auswärtsniederlage bei Huub Stevens Stuttgartern gegen den SC Freiburg mächtig unter Druck. Auf das 4:1 in Frankfurt folgte ein 3:1-Heimsieg gegen harmlose Bremer, die dadurch ebenfalls noch um den Abstieg bangen müssen. Immerhin geht’s für die Bremer gegen schwächelnde Wolfsburger. Stuttgart reist mit Aufschwung nach Nürnberg und Eintracht Braunschweig muss nach der Auswärtsniederlage bei Schalke gegen Thomas Tuchels formstarke Mainzer.

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SPIELZEIT: Die Crème de la Crème

Der höchste europäische Wettbewerb sorgte für wenig Überraschungen. Die Favoriten setzten sich eindrucksvoll durch. In der „deutschlosen“ Europa League gab es hingegen doch Spannung. Und in der Bundesliga hat der Rekordmeister den Matchball in der Hand.

Eine weitere magische Nacht im Old Trafford

Im Old Trafford, dem Stadion von Manchester United, wurde der Fan schon des Öfteren Zeuge von Wundern. Nach der 0:2-Hinspielniederlage gegen den griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus wurde es mal wieder Zeit dafür. Der stark in Kritik geratene Trainer David Moyes und seine Mannschaft mussten die brutale 0:3-Heimniederlage gegen Liga-Konkurrent FC Liverpool am vergangenen Wochenende erstmal verdauen. Doch ein überragender Robin van Persie machte an diesem Abend den Unterschied. Mit seinem Hattrick avancierte er zum Spieler des Abends und Retter des schon für viele abgeschriebenen Traditionsvereins. Alles begann mit einem verwandelten Elfmeter und endete mit einer langen Feier. Dabei brauchte Gegner Piräus nur einen einzigen Treffer, um doch noch ins Viertelfinale einzuziehen. Die Mannschaft von Trainer Míchel spielte eigentlich gut mit, scheiterte jedoch am herausragenden Keeper David de Gea.

Die Auslosung am Freitagmittag trübte dabei wohl etwas die Stimmung des englischen Rekordmeisters. Denn United muss gegen die momentan nicht schlagbaren Münchner, die am Wochenende der früheste Meister der Fußball-Bundesliga werden kann, antreten. Dabei erinnert man sich in Manchester gerne an das Finale 1999 in Barcelona, als Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjær eine Führung der Bayern durch Mario Basler in der Nachspielzeit drehten und so wie durch ein Wunder die Champions League gewannen. Dies ist aufgrund der unkonstanten Leistungen von „ManU“ jedoch eher unwahrscheinlich.

Spannung? Fehlanzeige

In den anderen Paarungen des Champions-League-Achtelfinals gab es jedoch kaum Spannung. Einzig die Begegnung zwischen dem Tabellenführer der Premier League FC Chelsea und den letztjährigen Schalke-Bezwingern Galatasaray Istanbul schien nach dem 1:1 im Hinspiel in der Türkei nach etwas Spannung auszusehen. Doch die unterirdisch auftretenden Türken zeigten zu keiner Zeit ihr Potential und so konnte die Mannschaft von Trainer José Mourinho das Spiel durch die Tore von Samuel Eto’o und Gary Cahill mit 2:0 für sich entscheiden. Im Viertelfinale wird Chelsea auf Paris St. Germain rund um Topstar Zlatan Ibrahimovic treffen, welche auch das Rückspiel gegen Bayer 04 Leverkusen mit 2:1 gewannen.

Borussia Dortmund stellte den Einzug ins Viertelfinale durch einen klaren 4:2-Erfolg in St. Petersburg bereits im Hinspiel die Weichen. Und so konnte der Tabellenzweite auch mit einer 1:2-Rückspielniederlage im Heimstadion leben. Bitterer Nachgeschmack blieb allerdings die dritte gelbe Karte von Topscorer Robert Lewandowski, der damit im Hinspiel des Viertelfinales fehlen wird. Um doch noch weiterzukommen, brauchte die Mannschaft von Interimstrainer Sergey Semak drei Treffer. Mit einem Traumtor erzielte der brasilianische Topstar Hulk das 1:0 für die Russen. Borussen-Kapitän Sebastian Kehl konnte mit seinem ersten Champions-League-Treffer für den BVB kurz vor der Pause egalisieren. Allerdings sorgte der BVB nochmal ungewollt für Spannung. Eine schöne Flanke köpfte der freistehende José Salomón Rondón, den Innenverteidiger Mats Hummels aus den Augen verlor, zum 2:1 für Zenit ein. Bei einem dritten Treffer wäre es spannend geworden, doch der blieb aus. Eine glanzlose und doch ausreichende Leistung beschert den Dortmundern die zweite Viertelfinal-Teilnahme in Folge.

Nun geht es wie im Vorjahr gegen Real Madrid. Die Madrilenen schlugen den FC Schalke 04 nach dem klaren 6:1 im Hinspiel auch im Rückspiel mit 3:1. Mit seinen zwei Treffern war der überragende Weltfußballer Cristiano Ronaldo abermals der Spieler des Tages. Immerhin gelang den Schalkern, die auf Revanche aus waren, durch Tim Hoogland der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1. Obgleich der BVB Real Madrid im letzten Jahr besiegen konnte, stellt sich dies aufgrund der Verstärkung des Tabellenersten der Primera División als eine sehr schwierige Aufgabe heraus. Durch die vielen Verletzten und unkonstanten Leistungen geht die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp als Außenseiter in die bevorstehende Aufgabe.

Das letzte Viertelfinale wird ausgetragen zwischen dem FC Barcelona und Atlético Madrid. Der Erzrivale von Real Madrid schlug den AC Mailand klar mit 4:1 im Rückspiel. Spieler des Spiels war der viel umworbene Diego Costa, der gleich drei Treffer erzielte. Auch das Hinspiel gewannen die Madrilenen mit 1:0 in Italien. Der FC Barcelona schmiss Manchester City aus der Königsklasse. Das Rückspiel gewannen die Katalanen im Camp Nou mit 2:1 (Hinspiel 2:0). Es ist nicht nur ein spanisches Viertelfinale, sondern auch der aktuelle Tabellenzweite gegen den Tabellendritten. Ein Spektakel ist also vorprogrammiert.

Die letzten Sechzehn der Europa League

In der Europa League ging es um den Einzug ins Achtelfinale. Der Wettbewerb, der durch das Ausscheiden von Eintracht Frankfurt nun ohne deutsche Beteiligung ist, hatte viele packende Partien parat. Das spanische Duell zwischen den Lokalrivalen FC Sevilla und Betis Sevilla wurde nach dem 2:0 von Betis im Hinspiel beim FC nochmal spannend und die Partie ging nach dem 2:0 von FC Sevilla, unter anderem mit Marko Marin ins Elfmeterschießen. Hier behielten die Gäste die Nerven und somit war es der FC Sevilla, der ins Achtelfinale kam. Außerdem machte es Benfica Lissabon nach dem klaren 3:1-Auswärtserfolg bei Tottenham Hotspur nochmal spannend. Die Engländer von der White Hart Lane gingen mit 2:1 in Lissabon in Führung und mit einem weiteren Treffer wäre es in die Verlängerung gegangen. Doch in der Nachspielzeit gab es noch einen Elfmeter für Benfica, den Lima verwandelte und so reichte das 2:2 für die Portugiesen zum Weiterkommen. Darüber hinaus schlug der FC Porto im Spitzenspiel den SSC Neapel und im italienischen Duell zwischen Juventus Turin und dem AC Florenz schoss Andrea Pirlo den Verein von Mario Gomez mit einem genialen Freistoß aus der Euro League. Alle weiteren Ergebnisse im Überblick:

Betis Sevilla – FC Sevilla 0:2, insgesamt n.E. 3:4
Neapel – Porto 2:2, insgesamt 2:3
Salzburg – Basel 1:2, insgesamt 1:2
Pilsen – Lyon 2:1, insgesamt 2:5
Benfica – Tottenham 2:2, insgesamt 5:3
Valencia – Rasgrad 1:0, insgesamt 4:0
Florenz – Juventus 0:1, insgesamt 1:2
Anschi – Alkmaar 0:0, insgesamt 0:1

Im Viertelfinale trifft der AZ Alkmaar auf Benfica, Lyon muss gegen Favorit Juventus Turin ran. Basel wird sich gegen Valencia messen und Porto gegen Sevilla.

Matchball für Pep Guardiolas Elf

Falls Borussia Dortmund sein Spiel in Hannover nicht gewinnen sollte, und der FC Schalke 04 ohne Dreier gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig bleibt, zugleich aber die Münchner in Mainz gewinnen, sind sie bereits an diesem Wochenende der früheste Meister aller Zeiten.

Unlängst wird über die Übermacht der Bayern diskutiert, Sportdirektor Matthias Sammer unterstellte den anderen Bundesligavereinen mangelndes Selbstbewusstsein und fehlenden Trainingseinsatz. Darauf reagierte die Liga durchaus empört. Hannovers Sportvorstand Dirk Dufner bezeichnete Sammers Aussage als „hochgradig arrogant“, Schalkes Trainer Jens Keller meinte: „Wenn wir auch die Möglichkeit hätten, in zwei Jahren für 130 Millionen Spieler zu kaufen, werden wir auch ohne die Ratschläge von Matthias Sammer Meister. So schwer ist das dann auch nicht.“ BVB-Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den SC Freiburg gab indes folgenden Kommentar ab: „Ich finde es ganz wichtig im Leben, dass man das Glück, das man hat, auch erkennt. Ich an Matthias Sammers Stelle würde jeden Morgen, bevor ich das Bayern-Trainingsgelände betrete, Gott danken, dass irgendjemand auf die Idee gekommen ist, mich dazuzunehmen.“ Außerdem bezweifelte er, dass der FC Bayern ohne Sammers Engagement nur einen Punkt weniger hätte. So oder so könnte die Liga in den nächsten Jahren an der Tabellenspitze eintönig werden.

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SPIELZEIT: Im Tal der Tränen

Dortmund souverän, Schalke katastrophal, Frankfurt ärgerlich: In der Europa League wurden die Tickets für das Achtelfinale eingelöst, und Frankfurt ist trotz zwei Unentschieden und spannenden Krimis gegen Porto nicht dabei. Die Champions League ist diesmal dagegen weniger spannend.

Der alte BVB

Nach der bitteren und total unnötigen 0:3-Schlappe gegen den HSV und Neutrainer Mirko Slomka musste es eine Reaktion geben, damit man nicht auch im höchsten europäischen Pokal den Kürzeren zieht. Bereits nach fünf Spielminuten zeigte sich, dass die Borussen verstanden hatten, worum es geht. Durch zwei Tore von Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus, zwischen denen nur 77 Sekunden lagen, ging der BVB in Führung. Und die Dortmunder spielten weiter souverän, hatten viele Torchancen und hätten so vor der Pause bereits mit 4:0 führen können. Nach dem Seitenwechsel machten die letztjährigen Champions League-Finalisten weiter Druck, wurden aber trotzdem bestraft. Das irreguläre Tor (Abseits) machte der sonst unauffällige Shatov zum zwischenzeitlichen 1:2. Doch der BVB hatte stets eine Antwort parat. Auch nach einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung des Unparteiischen und dem verwandelten Elfmeter durch Zenit-Star Hulk konnte der BVB wie schon zuvor beim 1:2 durch den im Sommer zum FC Bayern München abwandernden Robert Lewandowski antworten, der mit zwei Treffern erneut sein Können unter Beweis stellte. So gewann der Bundesliga-Dritte hochverdient mit 4:2 bei Zenit St. Petersburg und hat nun sehr gute Chancen, das Viertelfinale zu erreichen.

Eine historische Heimpleite

Der Rivale aus Gelsenkirchen hatte mit Real Madrid eine Herkules-Aufgabe vor sich. Zu Beginn konnten die Schalker dem Starensemble rund um Cristiano Ronaldo und Gareth Bale auch etwas entgegensetzen, doch als die Madrilenen mit ihrer ersten wirklichen Chance das 1:0 erzielten, schienen die Dinge ihren Lauf zu nehmen. Es wäre vielleicht anders gelaufen, hätte Julian Draxler die Riesenchance kurz nach dem 1:0 zum Ausgleich genutzt. Doch durch zwei Treffer von Ronaldo, Bale und Benzema wurden die Schalker in allen Regeln der Kunst zerlegt und konnten sich bei Klaas-Jan Huntelaar bedanken, dass die Stimmung nicht ganz im Keller war. Mit mächtig Wut im Bauch und einem Traumtor erzielte der Holländer immerhin den Ehrentreffer zum 1:6. Es war die höchste Heimniederlage der Knappen in der Königsklasse und mit dem FC Bayern München wartet in der Bundesliga der nächste Übergegner auf die geschädigten Knappen.

Krimi ohne Happy End

In der Europa League hätte die Eintracht aus Frankfurt fast das Achtelfinale erreicht. Mit dem 2:2 im Hinspiel beim FC Porto hatten die Hessen beste Voraussetzungen, daheim alles perfekt zu machen. Und nachdem sie durch die Treffer von Stefan Aigner und Alex Meier mit 2:0 führten, dachten die meisten schon an mögliche Gegner im Achtelfinale. Doch Abwehrmann -Eliaqium Mangala sorgte mit seinen zwei Treffern für den Ausgleich. Mit viel Leidenschaft und einem weiteren Treffer von Alex Meier schien das Weiterkommen endgültig geschafft zu sein. Jene 86. Minute, in der Nabil Ghilas nach einer Parade von Hintermann Kevin Trapp trocken das 3:3 schoss, ließ die Frankfurter, die doch schon weiter waren, ins Tal der Tränen stürzen. Durch das dritte Auswärtstor erreicht der FC Porto ohne Sieg das Achtelfinale. Und der trotz der unglaublichen Enttäuschung muss der Verein, der noch im Abstiegskampf steckt, jetzt den Fokus auf den Klassenerhalt setzen. Schade, Eintracht Frankfurt.